Wir freuen uns sehr über euer Interesse an unseren Veranstaltungen und Diskussionsrunden. Wenn nicht anders angekündigt, sind interessierte Gäste herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Die Gruppenabende finden jeden dritten Mittwoch, jeweils ab 19.00 Uhr im Gemeindehaus Sülldorfer Kirchweg 187, 22589 Hamburg, statt.
Der Gruppenabend steht unter der Überschrift „Die Sache mit der (Jagd-)Ethik“
„Bambimörder“ sagen die einen – und manchmal meinen dieselben, dass wir Jäger und Jägerinnen „überzüchtete Wildbestände“ in unseren Revieren heranhegen würden – bloß um sie später leichter „abknallen“ zu können. Jagd ist umstritten, und sie war es immer schon entsprechend der jeweiligen Zeitumstände und Interessenlagen. Und deshalb muss die Jagd auch immer wieder neu Antworten finden auf die Fragen, die an sie herangetragen werden. So auch auf dem letzten Bundesjägertag im Juni des letzten Jahres in Bonn.
Dort wurde die Jagdethik zu einem zentralen Thema. “Wann ist die Jagd gerechtfertigt?“ fragte der DJV in einer repräsentativen Umfrage und erhielt aufschlussreiche Antworten aus der Mitte unserer Gesellschaft: die Bestandsregulierung landete deutlich auf Platz eins, gefolgt von der Eindämmung von Tierseuchen und der Förderung des Artenschutzes, dem Schutz von Weidetieren und der gesunden Ernährung.
Die große Zustimmung zu zentralen Anliegen der Jagd kann uns erfreuen, dennoch bleiben zentrale Fragen noch unbeantwortet: ist es jenseits aller praktischen Herausforderungen moralisch noch zu vertreten, höheres Leben wie das von Wirbeltieren zu töten? Und wenn ja, unter welchen Umständen? Welche Motive sind dazu legitim – und was geht gar nicht mehr? Dürfen wir Menschen unseren Mitgeschöpfen Leid und Schmerz zufügen? Wie gehen wir um mit den rasanten technischen Veränderungen – von der Drohne bis zur Nachtzieltechnik? Und nicht zuletzt: bedeutet die Jagd nicht eine sittliche Verrohung, die sich letztlich auch gegen uns als Menschen richten wird?
Diesen Fragen wollen wir uns auf den Gruppenabend stellen und uns dabei auch ganz grundsätzlich fragen, was „gut“ ist und was „böse“, was ethisch erlaubt sein kann und was nicht. Und von da aus unsere reale Jagdpraxis in den Revieren noch einmal aus ganz neuen Augen betrachten.
Interessierte Gäste sind – wie immer – herzlich willkommen.